Station 1Vielecke aus Punkten auf dem Kreis
Auf einem Kreis liegen 6 Punkte. Du wählst 3 davon und verbindest sie zu einem Dreieck. Wie viele verschiedene Dreiecke gibt es?
Die Zählungen bilden eine Zeile des Pascal-Dreiecks
Bei 6 Punkten findest du 6 Punkte, 15 Strecken, 20 Dreiecke, 15 Vierecke, 6 Fünfecke und 1 Sechseck: 6 · 15 · 20 · 15 · 6 · 1Schreibst du vorne noch eine 1 dazu (die leere Auswahl), steht da die Zeile 6 des Pascal-Dreiecks. Jede Zahl ist eine Anzahl „k aus n“, also (n über k).
Warum ist die Summe 2ⁿ − 1? Jeder Punkt ist entweder dabei oder nicht: 2 · 2 · … · 2 = 2ⁿ Möglichkeiten. Nur die Auswahl „gar kein Punkt“ ist kein Vieleck. Beim 18-Eck sind das 2¹⁸ − 1 = 262.143 Auswahlen, davon allein 153 Strecken.
Station 2Wege durch die Stadt
Du gehst von A zur Kreuzung E und nimmst immer einen kürzesten Weg: nur nach rechts oder nach unten. E liegt 4 Blöcke rechts und 4 Blöcke unten. Wie viele verschiedene kürzeste Wege gibt es?
Summe der beiden Vorgänger
In jede Kreuzung kommst du nur von oben oder von links. Also gilt: Wege hierher = Wege zum oberen Nachbarn + Wege zum linken NachbarnAm Rand gibt es nur einen Weg (immer geradeaus), dort steht 1. Kippst du das Gitter, stehen die Zahlen Reihe für Reihe genau wie im Pascal-Dreieck.
Ein Weg mit r Schritten nach rechts und u Schritten nach unten hat r + u Schritte. Du wählst nur aus, welche davon nach rechts gehen: Anzahl = (r + u über r) z. B. (8 über 4) = 70.
Station 3Der Würfel (a + b)³ zerfällt
Ein Würfel hat die Kante a + b. Du schneidest ihn in allen drei Richtungen an der Stelle a durch. Wie viele Teile entstehen – und wie viele verschiedene Sorten?
1 · 3 · 3 · 1 – wieder eine Zeile des Dreiecks
(a + b)³ = 1·a³ + 3·a²b + 3·ab² + 1·b³Beim Quadrat (a + b)² sind es 1 · 2 · 1 Teile: (a + b)² = a² + 2ab + b². Allgemein stehen die Beizahlen von (a + b)ⁿ in der Zeile n des Pascal-Dreiecks: (a + b)⁴ = a⁴ + 4a³b + 6a²b² + 4ab³ + b⁴
Warum? Beim Ausmultiplizieren von (a + b)(a + b)(a + b) nimmst du aus jeder Klammer a oder b. Für a²b wählst du, aus welcher der 3 Klammern das b kommt: (3 über 1) = 3 Möglichkeiten. Diese Regel heißt binomischer Lehrsatz.
Station 4Muster im Dreieck
Im Pascal-Dreieck ist jede Zahl die Summe der beiden darüber. Was entsteht, wenn du in 32 Zeilen alle ungeraden Zahlen einfärbst?
Eine Regel – viele Muster
Summenregel: (n über k) + (n über k + 1) = (n + 1 über k + 1)Ungerade färben: Ungerade + ungerade = gerade. Dadurch entstehen immer wieder leere, auf dem Kopf stehende Dreiecke. Nach 2, 4, 8, 16, 32 Zeilen wiederholt sich das ganze Bild dreimal – das Sierpinski-Dreieck.
Flache Diagonalen: Die Summen sind 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, … – die Fibonacci-Zahlen. Jede flache Diagonale nimmt die Zahlen der beiden vorigen Diagonalen auf.
Zeilensummen: 1, 2, 4, 8, … = 2ⁿ. Jede Zahl wird beim Bilden der nächsten Zeile zweimal benutzt, also verdoppelt sich die Summe.
Yang Hui: Das Dreieck war schon da belegt
Station 5Vorsicht beim Raten: Gebiete im Kreis
Punkte auf einem Kreis werden alle miteinander verbunden. Mit 1, 2, 3, 4, 5 Punkten zerfällt der Kreis in 1, 2, 4, 8, 16 Gebiete. Wie viele Gebiete sind es bei 6 Punkten?
Jede Sehne +1, jede Kreuzung +1
Eine neue Sehne zerschneidet ein Gebiet – und mit jeder Kreuzung, durch die sie geht, noch eins. Je 4 Punkte liefern genau eine Kreuzung (die beiden „Diagonalen“ des Vierecks). Also: Gebiete = 1 + (n über 2) + (n über 4)n = 6: 1 + 15 + 15 = 31, nicht 32! n = 7: 1 + 21 + 35 = 57.
Warum klappt das Verdoppeln zuerst? Die Formel ist genau die Summe der ersten fünf Zahlen aus Zeile n − 1 des Pascal-Dreiecks. Bis n = 5 ist das die ganze Zeile, also 2ⁿ⁻¹. Ab n = 6 hat die Zeile mehr als fünf Zahlen – die Verdopplung bricht ab. Ein Muster aus fünf Beispielen ist noch kein Beweis.
Das Pascal-Dreieck
Zeile 5: 1 · 5 · 10 · 10 · 5 · 1
(6 über 2) = 6 · 5 : 2 = 15
(r + u über r) Wege
Werkzeuge für Experten
Knorz – eine Denkfigur
Nur eine Figur und eine Frage. Kein Text, kein Formelname – was siehst du?
Hilfe 1 – Denk-Baustein
Was sagt die Figur? Was sagt dir die Figur, ohne dass es dasteht? Die Zeilen oben kennst du vielleicht. Was passiert mit der leeren Zeile?Hilfe 2 – Schlüsselschritt
Jede Zahl ist die Summe der beiden schräg darüber. Fülle zuerst die leere Zeile aus – oder nutze die Symmetrie und die Summe der letzten Zeile.Hilfe 3 – Lösung
Die leere Zeile lautet 1 · 5 · 10 · 10 · 5 · 1. Über x stehen die beiden 10er, also x = 10 + 10 = 20.Probe mit der Zeilensumme: 1 + 6 + 15 + 20 + 15 + 6 + 1 = 64 = 2⁶ ✓
Hilfe 1 – Denk-Baustein
Was sagt die Figur? Woher kommen die Zahlen 1, 1, 1, 2 an den ersten Kreuzungen? Was bedeuten die beiden Pfeile – und das rote Kreuz?Hilfe 2 – Schlüsselschritt
Die Zahl an einer Kreuzung zählt die Wege von der Ecke oben links dorthin (nur nach rechts oder unten). Sie ist die Summe aus „von oben“ und „von links“. Über die gesperrte Straße kommt nichts.Hilfe 3 – Lösung
Kreuzungszahlen Zeile für Zeile:1 · 1 · 1 · 1 · 1
1 · 2 · 3 · 4 · 5
1 · 3 · 3 · 7 · 12 (hier kommt von oben nichts, also nur 3 von links)
1 · 4 · 7 · 14 · 26
Also x = 26. Ohne Sperre wären es (7 über 3) = 35 – die 9 Wege durch die gesperrte Straße (3 · 3) fallen weg.
Hilfe 1 – Denk-Baustein
Was sagt die Figur? Wie entsteht ein Stein in einer Zahlenmauer aus den Steinen darunter? Wie oft steckt jeder untere Stein im obersten Stein?Hilfe 2 – Schlüsselschritt
Rechne mit x weiter: zweite Reihe 2 + x, 2x, 2x, x + 2. Oder schneller: Der unterste Stein Nummer k zählt so oft mit, wie es Wege von ihm nach oben gibt – das sind die Zahlen 1 · 4 · 6 · 4 · 1.Hilfe 3 – Lösung
Oben steht 1 · 2 + 4 · x + 6 · x + 4 · x + 1 · 2 = 4 + 14x.4 + 14x = 60, also 14x = 56 und x = 4.
Probe: 2 4 4 4 2 → 6 8 8 6 → 14 16 14 → 30 30 → 60 ✓