Station 1Rückwärts gefragt
Du startest bei 1 und verdoppelst immer wieder: 2, 4, 8, … Wie oft musst du verdoppeln, bis du über 1000 kommst?
Der Logarithmus fragt nach dem Exponenten
Die Frage „2 hoch wie viel ergibt 64?“ hat einen eigenen Namen: Logarithmus. Man schreibtlog2 64 = 6, denn 26 = 64
Gelesen: „Logarithmus von 64 zur Basis 2“. Allgemein: logb c = x ⇔ bx = c
In Stifels Zahlenpaar ist der Logarithmus einfach die untere Zahl unter einer oberen: log2 1 = 0, log2 ⅛ = −3.
Liegt das Ziel zwischen zwei Sprossen, ist der Logarithmus keine ganze Zahl: log2 1000 ≈ 9,97, denn 29,97 ≈ 1000. Mit 210 = 1024 ≈ 1000 bist du nach 10 Verdopplungen über 1000.
Für die Basis 10 schreibt man kurz lg: lg 1000 = 3.
Station 2Die Tafel wird dicht
Im Zahlenpaar zur Basis 2 kannst du 4 · 8 durch Addieren der Exponenten finden. Aber 2 · 3? Die 3 steht gar nicht in der Tafel. Was kannst du tun, damit fast jede Zahl in der Tafel steht?
Eine Tafel zum Malnehmen durch Addieren
Je näher die Basis an 1 liegt, desto dichter stehen ihre Potenzen. Dann findest du zu jeder Zahl einen passenden Exponenten – und kannst jedes Produkt über eine Summe finden:a · c = bn · bm = bn + m
Genau so waren die ersten Logarithmentafeln um 1600 gebaut: lange Listen mit einer Basis ganz nah bei 1. Schwere Multiplikationen wurden zu leichten Additionen.
Station 3Der Rechenschieber
Mit zwei gewöhnlichen Linealen, die du aneinander schiebst, kannst du addieren: 2 + 3 = 5. Was passiert, wenn die Striche auf beiden Skalen immer enger zusammenrücken?
Strecken addieren = Zahlen malnehmen
Auf dem Rechenschieber steht jede Zahl c im Abstand lg c vom Anfang (mal der Länge der Skala). Schiebst du zwei Strecken aneinander, addierst du zwei Logarithmen:lg 2 + lg 3 = lg (2 · 3) = lg 6
Das ist das wichtigste Logarithmengesetz. Dazu gehören:
logb(x · y) = logb x + logb y logb(x : y) = logb x − logb y logb(xn) = n · logb x
Es sind die Potenzgesetze, nur von unten gelesen. Bis etwa 1975 hatte jede Ingenieurin und jeder Ingenieur einen Rechenschieber in der Tasche.
Station 4lg 3 einkreisen
lg 1 = 0 und lg 10 = 1. Die 3 liegt dazwischen. Wie kann man lg 3 ausrechnen – ganz ohne Taschenrechner? Schätz zuerst: Ist lg 3 kleiner oder größer als 0,3 (also 3 Zehntel)?
Wurzelziehen halbiert den Exponenten
Aus 10a · 10c = 10a + c folgt: √(10a · 10c) = 10(a + c) : 2Die Wurzel aus dem Produkt zweier Zahlen gehört also genau zur Mitte ihrer Exponenten. Mit jedem Schritt wird das Intervall halb so breit. Nach 10 Schritten kennst du lg 3 auf etwa drei Stellen: lg 3 ≈ 0,4771
Beachte: Die neue Zahl liegt immer links von der gewöhnlichen Mitte – oben wird „mal gleich viel“ gerechnet, nicht „plus gleich viel“.
John Napier und Henry Briggs: Eine Viertelstunde Schweigen überliefert
Station 5Der Graph, an der Diagonale geklappt
Auf dem Graphen von y = 2x liegt der Punkt (3 | 8). Du klappst das ganze Bild an der Diagonale y = x um. Wo landet der Punkt – und welche Frage beantwortet der neue Graph?
Die Logarithmusfunktion
Beim Klappen an y = x tauschen x und y die Rollen. Aus „x → bx“ wird „Zahl → Exponent“, also y = logb x.Daran siehst du: logb 1 = 0 für jede Basis (der Punkt (0 | 1) wird zu (1 | 0)). Für Zahlen zwischen 0 und 1 ist der Logarithmus negativ. Und für 0 oder negative Zahlen gibt es keinen Logarithmus – der Graph von bx kommt nie unter die x-Achse, also kommt der gespiegelte Graph nie links von der y-Achse an.
Der Logarithmusgraph wächst immer langsamer: Für 1000 braucht log2 erst knapp 10.
Der Logarithmus – Definition und Gesetze
(b > 0, b ≠ 1, c > 0)
lg = log10
logb bn = n
log(x : y) = log x − log y
log(xn) = n · log x
Werkzeuge für Experten
(denn 2 · 5 = 10)
log8 32 = 53 (beides Zweierpotenzen)
Knorz – eine Denkfigur
Nur eine Figur und eine Frage. Kein Text, kein Formelname – was siehst du?
Hilfe 1 – Denk-Baustein
Was sagt die Figur? Was sagt dir die Figur, ohne dass es dasteht? Die beiden Skalen sehen gleich aus – nur ist die obere verschoben. Wo steht die obere 1?Hilfe 2 – Schlüsselschritt
Die obere 1 steht über der unteren 2. Auf dem Rechenschieber heißt das: Unten steht immer das 2-Fache der oberen Zahl darüber.Hilfe 3 – Lösung
Die Zunge ist um die Strecke lg 2 verschoben, also gilt unten = 2 · oben. Unter x steht 8, also 2 · x = 8 und x = 4.Mit Logarithmen: lg 2 + lg x = lg 8, also lg x = lg 8 − lg 2 = lg 4.
Hilfe 1 – Denk-Baustein
Was sagt die Figur? Was sagt dir die Figur, ohne dass es dasteht? Die Kurve geht durch (0 | 1) – welche Art von Kurve ist das? Und was verrät dir der Punkt (2 | 9) über sie?Hilfe 2 – Schlüsselschritt
Eine Kurve y = bx durch (2 | 9) hat b2 = 9, also b = 3. Jetzt ist die Frage: 3 hoch wie viel ergibt 127?Hilfe 3 – Lösung
b2 = 9, also b = 3. Gesucht ist x mit 3x = 127 = 133 = 3−3. Also x = −3, das heißt log3 127 = −3.Hilfe 1 – Denk-Baustein
Was sagt die Figur? Was sagt dir die Figur, ohne dass es dasteht? Die Striche rücken nach rechts immer enger zusammen. Was bedeutet hier eine Strecke – ein Plus oder ein Mal?Hilfe 2 – Schlüsselschritt
Auf so einer Skala bedeutet jede Strecke einen Faktor. Die Strecke 2 bringt den Faktor 4. Zerlege die Strecke 5 in 2 + 2 + 1. Welcher Faktor gehört zur Strecke 1?Hilfe 3 – Lösung
Strecke 2 ↔ Faktor 4, also Strecke 1 ↔ Faktor √4 = 2. Strecke 5 = 2 + 2 + 1 ↔ Faktor 4 · 4 · 2 = 32. Also x = 32.Kurz: x = 45/2 = (√4)5 = 25 = 32.